Renate Ahrens im Forum Johanneum
c_320_180_16777215_00_images_artikelbilder_2017_renate_ahrens.jpg

„ALLES, WAS FOLGTE”
war ein bewegender Abend.

Bei der Autorenlesung mit Renate Ahrens am Montag, dem 11. September um 19:30 Uhr im Gruppenraum der Bibliothek wurde Geschichte lebendig. 
Nach der herzlichen Begrüßung von Frau Hose begann Frau Ahrens aus ihrem neuesten Buch „Alles, was folgte” vorzulesen: „Ich habe mir gerade einen Espresso gekocht, als es an der Tür klingelte ...”

Katharina Elbracht, die Protagonistin ihres Werkes, erhält nach dem Fall der Mauer ein Bündel Briefe aus Ost-Berlin, aus denen hervorgeht, dass die Frau, die sie ihr Leben lang „Mutter” nannte, in Wahrheit ihre Tante war. Zutiefst erschüttert beginnt die 44-jährige Kriegsfotografin die Geschichte ihrer Familie zu enthüllen. Dabei stößt sie auf eine junge Liebe, die der Krieg zerstört hatte, auf zwei Schwestern, die durch den Bau der Mauer getrennt wurden und auf die Spur ihres Vaters, der 1945 nach seinem Abitur an unserem Johanneum und seiner darauf folgenden Einberufung in den Krieg als verschollen galt.

Frau Ahrens forschte für ihren Roman in unserem Schularchiv. Frau Hose erlaubte ihr („Ich lasse da ja nicht jeden rein!" - Frau Hose) den Einblick in Schülerbriefe aus dem 2. Weltkrieg. Somit hatte Frau Ahrens die perfekte Basis für ihren Roman und begann eifrig zu recherchieren. Außerdem erfuhr sie viel aus dieser Zeit, indem sie ihren Vater, der dieses Jahr verstarb (mein herzliches Beileid), interviewte. Ein Teil von ihm ist also auch in diesem Buch.

Frau Ahrens schuf in ihrem Roman „Alles, was folgte” ehrliche Persönlichkeiten, die auf beeindruckende Weise für den Leser real wurden und sich an zum Teil bekannten Orten aufhielten.

Für alle, die das Johanneum kennen, war die Atmosphäre unbeschreiblich, als Frau Ahrens die Abschnitte, in denen das Johanneum entweder die zentrale Rolle eines Gesprächs oder einen imposanten Schauplatz der Geschichte einnahm, vortrug.

Wenn eine Geschichte einen Schauplatz hat, den man selbst kennt, hat man das Gefühl, dass die ganze reale Umgebung verschwimmt und man sich plötzlich an dem Ort des Geschehens befindet und somit selbst ein Teil davon ist.

Dies scheint auch beim Schreiben von Geschichten so zu funktionieren, denn Frau Renate Ahrens wählte bewusst die Mittelpunkte ihrer Bücher aus, denn sie spielen alle in Städten, in denen sie schon einmal gelebt hat, wie zum Beispiel in diesem Fall Hamburg und Dublin.

Dieses Buch empfehle ich von Herzen all denen, die es lieben, wenn Geschichte lebendig wird, all denen, die es lieben, das Gefühl zu haben, dass die Protagonisten plötzlich neben einem stehen, die Wahrheit sagen und dass man sie schon ewig kennt.

Danke, Frau Ahrens, für diese bewegende, atemberaubende Lesung und dieses großartige Buch. Vielen Dank, Frau Hose, dass Sie solche Abende möglich machen.

Foto: Gerd Hachmann