Vortrag von Dr. Johannes von Müller

1917, anlässlich des 400jährigen Reformationsjubiläums, widmete sich der Hamburger Kultur- und Bildwissenschaftler Aby Warburg (1866-1929) den in Wort und Bild ausgefochtenen konfessionellen Konflikten des 16. Jahrhunderts. Er tat dies vor dem Hintergrund der destabilisierenden Erfahrungen seiner eigenen Gegenwart, aber auch unter dem Eindruck der humanistischen Bildung, die ihn als Schüler des durch den Reformator Johannes Bugenhagen gegründeten Johanneums geprägt hatte. 2017, anlässlich des 500jährigen Jubiläums der Reformation und unter dem Eindruck gefährlicher Krisen in Europa und der Welt, scheint es notwendig, an die Reformation als Ausdruck einer tiefgreifenden Glaubenskrise zu erinnern und zugleich die Bildungsfähigkeit einer Schule, die einst Humanismus und Christentum zusammenführen sollte, ins Blickfeld zu rücken. Aby Warburg kommt dabei als ehemaligem Schüler des Johanneums und als gelehrtem Spezialisten für die europäische Gedächtniskultur und die Rolle von Jubiläen eine besondere Bedeutung zu. Krisenzeichen: Luther, Warburg und das Johanneum heißt deshalb der Vortrag von  Dr. Johannes von Müller, Koordinator des Projektes Bilderfahrzeuge am Warburg Institute London und ehemaliger Johanniter (Abit. 2001), zu dem wir alle am Donnerstag, 2. November 2017, um 19.30 in den Gruppenraum der Bibliothek herzlich einladen!